B-Vitamine senken Stress bei chronischer Arbeitsbelastung

Mikronährstoffe, die unser Gehirn benötigt um tadellos zu funktionieren - und die uns helfen, auf Stress adäquat zu reagieren: B-Vitamine

Die zusätzliche Einnahme von B-Vitaminen kann nach einer aktuellen Untersuchung die psychische Belastung durch chronischen Stress am Arbeitsplatz deutlich verringern.

Wie australische Mediziner im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie herausgefunden haben, vermindert eine hochdosierte Vitamin-B-Ergänzung das Stressniveau um fast 20 %. Die Wissenschaftler evaluierten zu Beginn der Studie verschiedene Faktoren wie Persönlichkeit, Arbeitsanforderungen, Gemütszustand und psychische Belastung von insgesamt 60 Studienteilnehmern. Drei Monate lang nahmen die Probanden täglich entweder eine hochdosierte Vitamin-B-Ergänzung oder ein Scheinpräparat (Placebo) zu sich.

Nach 30 sowie 90 Tagen wurden die individuellen Stressparameter erneut bestimmt. Die Probanden der Vitamin-B-Gruppe wiesen nach drei Monaten ein signifikant niedrigeres Stressempfinden auf als zu Untersuchungsbeginn. In der Selbsreflexion berichteten die Teilnehmer von selteneren und weniger ausgeprägten Stimmungstiefs, einer höheren Konzentrationsfähigkeit und größeren Stressresistenz im Arbeitsalltag. Die Probanden, die ein Placebo-Präparat eingenommen hatten, hingegen wiesen keine bemerkenswerten Verbesserungen im Bezug auf kognitive Funktionen auf.

Studienergebnisse bestätigen die aktuellen Erkenntnisse der Neuroforschung

Die Vitamine des B-Komplexes, auch „Nervenvitamine“ genannt, nehmen eine Schlüsselrolle im Bereich der kognitiven Funktionen ein. Auf vielfältige Weise sorgen die B-Vitamine für ein funktionierendes Gehirn und Nervensystem und beeinflussen das psychische Empfinden. Die Bildung der Nervenbotenstoffe (Neurotransmittersynthese) sowie die Weiterleitung von Nervenimpulsen an und zwischen den Nervenzellen, die Synapsentätigkeit von Neuronen sowie die Energie- und Sauerstoffversorgung der Gehirnzellen wird durch B-Vitamine gesteuert. So lässt sich erklären, warum bereits eine leichte Unterversorung dieser Vitamine zu einer reduzierten Stresstoleranz und verringerten kognitiven Leistungsfähigkeit führt.

Eine Unterversorgung an B-Vitaminen hat folgende Auswirkungen auf das Nervensystem:

  • Niedrige Stressresistenz, Reizbarkeit
  • Rückgang kognitiver (geistiger) Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit
  • Depressive Verstimmungen, Stimmungstiefs
  • Emotionale Labilität
  • Schlafstörungen
  • Neurologische Störungen

Da die direkten und indirekten Konsequenzen von chronischem Arbeitsstress in den westlichen Industrienationen – individuell als auch sozioökonomisch – enorm sind und stetig zunehmen, könnten die aktuellen Studienergebnisse wichtige neue Möglichkeiten der Intervention aufzeigen.

Quelle: Stough C. et al. The effect of 90-day administration of a high dose vitamin B-complex on work stress. Human Psychopharmacology Clinical & Experimental. 2011; 26(7):470–476.

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu B-Vitaminen

Vitamin D gegen Winterdepression: Hohe Vitamin D-Werte machen glücklich und verhindern Depressionen in der dunklen Jahreszeit

Sonnenlicht- und damit Vitamin D-Mangel ist der Hauptfaktor für Depressionen in den dunklen Wintermonaten.

Der mitteleuropäische Winter kann bei vielen Menschen eine Depression auslösen und das hat messbar physiologische Ursachen: Der Mangel an Sonnenlicht, sprich zu geringe UV-Strahlung in den Ländern nördlicher Breite zwischen Oktober und April, führt zu einer unzureichenden Bildung an Vitamin D3 – eine der häufigsten endogenen Ursachen für depressive Verstimmungen.

Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, wird in der Haut unter Einwirkung von ultravioletter Strahlung (UV-B Licht) aus Cholesterol gebildet. Vitamin D3 erfüllt im Körper die Funktion eines so genannten Prohormons (Hormonvorstufe), das über einige Zwischenstufen zu wichtigen Hormonen umgewandelt wird.
Vitamin D erhöht so den Serotonin- und den Dopamin-Spiegel in unserem Gehirn. Serotonin und Dopamin werden – nicht ohne Grund – auch als „Glückshormone“ bezeichnet und sind stimmungsaufhellende Nerven-Botenstoffe (Neurotransmitter).

Winterzeit = Vitamin D-Mangelzeit

Da wir über unsere Nahrung durchschnittlich nur 3 Mikrogramm Vitamin D täglich aufnehmen, sind wir auf eine tägliche Exposition an UV-B-Strahlen der Sonne angewiesen. UV-Strahlung kann jedoch erst ab einer bestimmten Intensität zur endogenen (im Körper) Bildung von Vitamin D beitragen. In Mittel- und Nordeuropa wird diese Intensität an durchschnittlichen Wintertagen nicht erreicht, die UV-Bestrahlung genügt dann nicht für eine adäquate Vitamin D3-Versorgung des Körpers.

Niedrige Vitamin D-Werte stehen jedoch für ein deutlich erhöhtes Depressions-Risiko. Verschiedene Forschungsteams, unter anderem des UT Southwestern Medical Center in Dallas (Texas) kamen zu dem gleichen Ergebnis:

Fehlt Vitamin D und damit sein aktive Wirkform als Hormon, kann dies direkt zu Depressionen führen.

Studien und DGE bestätigen chronischen Vitamin D-Mangel

Mehrere jüngere Studien zeigen auf, dass in Europa und Nordamerika die Mehrzahl der Erwachsenen an einer dauerhaften Vitamin-D-Unterversorgung leidet. Eine repräsentative Studie des Max-Rubner-Instituts in Karlsruhe untersuchte zwischen 2005 und 2008 dieses Phänomen: Bei 60 Prozent der Untersuchten im Alter von 18 bis 79 Jahren wurde ein Vitamin D-Mangel festgestellt. Setzt man – wie Experten fordern – den Grenzwert von 20 ng/ml auf 30 ng/ml Vitamin D hinauf, weisen 90 Prozent der Probanden einen Mangel an Vitamin D auf.
Auch laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt die Vitamin-D-Zufuhr hierzulande deutlich unter dem Referenzwert; bei Senioren ist dies besonders stark ausgeprägt, jedoch sind alle Altersgruppen betroffen.

Vorsicht: Künstliche Sonne kein Ersatz

Da Solarien fast nur UV-A-Strahlen abgeben, kann die künstliche Besonnung in Sonnenstudios nicht als Ersatz für natürliches Sonnenlicht dienen.

Dennoch ist es einfach, einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen oder selbigen zu beheben. Vitamin D3 kann über die Einnahme von Vitamin-D-Ergänzungsmitteln erfolgen. Mediziner raten dazu, sich von Oktober bis April regelmäßig im Freien zu bewegen und mit einer Vitamin-D-Ergänzung einer Mangelversorgung des Vitamins entgegen zu steuern.

Referenzen

• Wilkins CH et al: Vitamin D deficiency is associated with low mood and worse cognitive performance in older adults; Am J Geriatr. Psychiatry. 2006 Dec; 14(12): 1032-40
• Amstrong DJ et al: Vitamin D deficiency is associated with anxiety and depression in fibromyalgia
• Consuelo H. Wilkins et al, Vitamin D Deficiencies Is Associated With Low Mood and Worse Cognitive Performance In Older Adults, American Journal for Geriatric Psychiatry, 14: 1032-1040, December 2006
• Berk M et al: Vitamin D deficiendy may play a role in depression; Med Hypotheses 2007; 69(6): 1316-9. Equp 32007 May 11.
• Hoogendijk WJ et al: Depression is associated with decreased 25-hydroxyvitamin D and increased parathyroid hormone levels in older adults; Arch Gen Psychiatry. 2008 May; 65(5): 508-12

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Vitamin D3 (Cholecalciferol)