Neuroforschung: Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA bremsen Hirnalterung

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Leistungsstark bis ins hohe Alter: Omega-3-Fettsäuren halten das betagte Gehirn fit. Die Docosahexaensäure (DHA) und die Eicosapentaensäure (EPA) kommen in großer Menge in den Membranen menschlicher Gehirnzellen vor, wo sie die Übermittlung von Reizsignalen und das normale Funktionieren des Gehirns erst ermöglichen. Wussten Sie, dass Demenz-Patienten auffallend häufig eine Unterversorgung an Omega-3-Fettsäuren aufweisen?

Eine erhöhte Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) kann dazu beitragen, Abbauvorgänge im Gehirn zu verringern und geistige Alterungsprozesse signifikant zu verlangsamen. Dieses bemerkenswerte Ergebnis erbrachte eine neue der Alzheimer- und Altersforschung zugeordneten Forschungsstudie aus Los Angeles.

Die aktuell im Fachmagazin Neurology veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren das Gehirn schneller altern lässt und ein Grund für den Verlust der Gedächtnis- und Denkfähigkeit zu sein scheint. Die Forschungsstudie der University of California in Los Angeles (UCLA) ergab, dass Senioren, die höhere Serumkonzentrationen an DHA und EPA aufwiesen, geringere altersbedingte Abbauprozesse des Gehirns sowie eine deutlich höhere Hirnleistungsfähigkeit zeigten. Das Team um Studienleiter Dr. Zaldy Tan untersuchte in ihrer Studie über 1.500 Menschen im Durchschnittsalter von 67 Jahren auf die Omega-3-Konzentration (DHA und EPA) in den roten Blutzellen. Parallel wurden alle Teilnehmer auf ihre kognitive Leistungsfähigkeit überprüft. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die 25 % aller Teilnehmer mit den niedrigsten DHA-Spiegeln ein signifikant geringeres Hirnvolumen und eine höhere Beeinträchtigung des geistigen Leistungsvermögens aufwiesen, verglichen mit den Senioren mit hohen DHA-Werten. Der Unterschied in der vorzeitigen Gehirnalterung entsprach dabei ganze 2 Jahre. „Die Personen mit niedrigen Blutwerten an Omega-3-Fettsäuren hatten ein geringeres Gehirnvolumen, was ungefähr zwei Jahre der strukturellen Hirnalterung ausmachte“, erklärt Studienleiter Dr. Tan. Die Forscher fügten hinzu, dass die Teilnehmer mit niedrigen Omega-3-Werten auch schlechtere Ergebnisse in Tests des visuellen Gedächtnis, des abstrakten Denkens und der exekutiven Fähigkeiten wie Problemlösungsverhalten und Multitasking-Aufgaben aufwiesen. Gehirnscans zeigten zudem eine verminderte Blutversorgung im Gehirn von Menschen mit niedrigem Omega-3-Level.

Interessant: Im vergangenen Jahr konnte Dr. Rob Winwood darstellen, dass bis zu 15 % der Trockenmasse des Gehirns aus reinem DHA bestehen. „Eines der Dinge, die wir mit Sicherheit wissen: Wenn wir älter werden, verliert unsere Gehirnmasse DHA. Alle bisherigen Studienergebnisse sprechen dafür, dass es daher günstige Effekte mit sich bringt, wenn wir diesen Verlust durch eine höhere Zufuhr ersetzen.“ so Dr. Rob Winwood.

Quelle: Z.S. Tan, W.S. Harris, A.S. Beiser, R. Au, J.J. Himali,et a: Red blood cell omega-3 fatty acid levels and markers of accelerated brain aging. Neurology. 2012 Feb 28;78(9):658-64.Source: Neurology Volume 78, Number 9, Pages 658-664.

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Omega-3-Fettsäuren