Omega-3-Fettsäuren hemmen das Tumorwachstum bei Prostatakrebs

Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl nehmen Einfluss auf das Teilungsverhalten von Prostatazellen und können die Weiterentwicklung bei bestehendem Prostatakrebs bremsen.

Eine Ergänzung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl in Kombination mit einer fettreduzierten Ernährung bremst die Teilung von Prostata-Tumorzellen. Dieses Ergebnis ging aus einer vergleichsweise unkonventionellen klinischen Studie US-amerikanischer Wissenschaftler hervor.

Das Forscherteam um Dr. William Aronson vom Department of Urology an der School of Medicine der University of California (Los Angeles) untersuchte in einer klinischen Studie, inwieweit die Ergänzung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl kombiniert mit einer fettreduzierten Ernährungsweise Einfluss auf das Teilungsverhalten der Tumorzellen bei Prostatkrebs hat.
Dass die Ernährungsweise sich auf die Entstehung und das Wachstum vieler Krebsarten günstig auswirkt, ist seit Langem Thema in der Onkologie. Wie die in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Cancer Prevention Research vom 25. Oktober 2011 veröffentlichte Untersuchung zeigte, kann die Ernährung auch bei bestehendem Krebs der männlichen Vorsteherdrüse Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Weiterlesen

Neuroforschung: Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA bremsen Hirnalterung

Synapse 2

Leistungsstark bis ins hohe Alter: Omega-3-Fettsäuren halten das betagte Gehirn fit. Die Docosahexaensäure (DHA) und die Eicosapentaensäure (EPA) kommen in großer Menge in den Membranen menschlicher Gehirnzellen vor, wo sie die Übermittlung von Reizsignalen und das normale Funktionieren des Gehirns erst ermöglichen. Wussten Sie, dass Demenz-Patienten auffallend häufig eine Unterversorgung an Omega-3-Fettsäuren aufweisen?

Eine erhöhte Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) kann dazu beitragen, Abbauvorgänge im Gehirn zu verringern und geistige Alterungsprozesse signifikant zu verlangsamen. Dieses bemerkenswerte Ergebnis erbrachte eine neue der Alzheimer- und Altersforschung zugeordneten Forschungsstudie aus Los Angeles.

Die aktuell im Fachmagazin Neurology veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren das Gehirn schneller altern lässt und ein Grund für den Verlust der Gedächtnis- und Denkfähigkeit zu sein scheint. Weiterlesen

Multivitamine können Kurzzeitgedächtnis wesentlich verbessern

Gedächtis- und Konzentrationsstark bis in hohe Alter: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Aufnahmen von Vitaminen und anderen essentiellen Mikronährstoffen den Abbau unseres geistigen Leistungspotentials im Alter wesentlich mitbestimmt.

Laut einer neuen australischen Meta-Analyse könnte die tägliche Ergänzung mit einem Multivitamin-Präparat signifikant positive Effekte auf das Kurzzeitgedächtnis haben. Dieses Studienergebnis veröffentlichte ein Forschungsteam der Monash University and Swinburne University of Technology im renommierten Fachblatt Journal of Alzheimer’s Disease.

Das wissenschaftliche Team um Natalie Grima hatte in ihrer systematischen Übersichtsstudie die Daten von zehn randomisierten placebo-kontrollierten Studien mit insgesamt 3.200 Teilnehmern ausgewertet. Ziel der Untersuchung war es zu überprüfen, inwieweit ein möglicher günstiger Einfluss von Multivitamin-Präparaten auf bestimmte Messgrößen des geistigen Leistungsvermögen besteht. Die Probanden der Studie hatten mindestens einen Monat lang ein Multi-Ergänzungspräparat eingenommen. Die ausgewerteten Daten zeigten, dass eine tägliche Multivitamin- und Mineral-Ergänzung zu einer Verbesserung der kognitiven Gedächtnisfähigkeit und des geistigen Vermögens zur kurzfristigen Informationsspeicherung und -verarbeitung führt. Bereits ähnliche Ergebnisse lieferten Daten einer jüngst pulizierten Untersuchung, die eine Rolle für eine tägliche Supplementierung mit einem Multi-Produkt in der Verbesserung der Gedächtnisleistung bei älteren Frauen belegte. Bei männlichen Probanden führte die Vitalstoffergänzung zu einer gesteigerten geistigen Wachsamkeit und einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden. Abschließend halten die Wissenschaftler fest, dass eine erhöhte Mikronährstoffversorgung für das optimale Funktionieren des Gehirns und des Zentralen Nervensystems unerlässlich ist.

Gesteigerter Vitaminbedarf im Alter

Der Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Gehirnfunktionen ist kein plötzlicher Vorgang sondern vollzieht sich langsam und unbemerkt. Eine mangelhafte Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, antioxidativen Mikronährstoffen und essenziellen Fettsäuren ist für das Nachlassen der Gehirnfunktionen insbesondere bei Senioren einer der zentralen ursächlichen Faktoren. Einerseits geht die Fähigkeit, Mikronährstoffe aus der Nahrung zu resorbieren, mit steigendem Lebensalter zurück. Zugleich ist jedoch der Vitalstoffbedarf des Gehirns bei älteren Menschen deutlich erhöht. Das alternde Gehirn benötigt neben B-Vitaminen sowie den Nervenmineralien Magnesium und Calcium insbesondere Antioxidanien und Omega-3-Fettsäuren. Der Grund liegt in dem antioxidativen Schutz dieser Nährstoffe: Mehr als 50 % des menschlichen Gehirns bestehen aus Fetten, die leicht oxidieren und ausgesprochen anfällig für die Schädigung durch freie Radikale sind. Gehirnschützende Mikronährstoffe sind daher neben den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA die Antioxidanten Vitamin E, Vitamin C, Alpha-Liponsäure und Coenzym Q10.

Quellen:

  • Grima N. A. et al. The Effects of Multivitamins on Alzheimer’s Disease. Published online ahead of print, doi: 10.3233/JAD-2011-111751 February 2012.
  • Macpherson H. et al. Memory improvements in elderly women following 16 weeks treatment with a combined multivitamin, mineral and herbal supplement: A randomized controlled trial. Psychopharmacology. 2012; 220 (2):351–365.

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Antioxidantien

Antioxidantien könnten bald bei ADHS helfen

Mikronährstoffe, darunter Magnesium, B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren UND Antioxidantien - scheinen bei der Behandlung der Störung ADHS immer mehr Bedeutung anzunehmen.

Einer aktuellen klinischen Studie zufolge weisen Kinder und Erwachsene mit der Diagnose ADHS deutlich höhere oxidative Stresswerte auf als der Durchschnitt. Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre weisen daruaf hin, dass unter anderem das Mikronährstoffprofil ein entscheidender Entstehungs- und Einflussfaktor der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung zu sein scheint.

Das Forschungsteam der Ain Shams Universität untersuchte nun in einer größeren Kontrollstudie ADHS betroffene Kinder und Erwachsene auf das Level an oxidativen Stress anhand verschiedener Indikatoren.
Die Teilnehmer der ADHS-Gruppe wiesen signifikant niedrigere Blutwerte an den zentralen Antioxidanten Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase, Glutathiontransferase und Katalase verglichen mit der Kontrollgruppe auf. Gleichfalls fielen der totale antioxidative Status (TAS), der totale oxidative Status (TOS) und der oxidative Stressindex (OSI) in der ADHS-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich negativer aus. Das gestörte so genannte Redox-Gleichgewicht könnte ein Schlüsselfaktor bei der Pathogenese, der Entstehung, von ADHS darstellen, äußern sich die Wissenschaftler. Die Ergebnisse könnten bald schon in aktuelle Behandlungsansätze einfließen, so die Forscher weiter.
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) ist eine psychische Störung, deren Ursachenkomplex immer noch erforscht wird. Zusätzlich zu neuroanatomischen, -physiologischen und –chemischen Faktoren, werden genetische, umwelt- und ernährungsbedingte Einflüsse in der Ätiologie diskutiert.

Klinische Untersuchungen der vergangen Jahre zeigten, dass sich durch eine Verbesserung des Mikronährstoffprofils mithilfe gezielter Nahrungsergänzung bei bis zu 80 Prozent der Betroffenen mit ADHS-Diagnose eine Verbesserung des Verhaltens sowie eine Verringerung der Hyperaktivität mitunter bis hin zur völligen Normalisierung, erzielen ließ.

 

Quellen:

  • Eithar Karim El Adham, Amal I. Hassan and Amal Abd El Aziz El-Mahdy: Nutritional and metabolic disturbances in attention deficit hyperactivity disease; Research Journal of Medicine and Medical Sciences, 6(1): 10-16, 2011
  • Salih Selek et al.: Evaluation of total oxidative status in adult attention deficit hyperactivity disorder and its diagnostic implications; J Psychiatr Res 2012 Jan 17
  • Starobrat-Hermelin B, Kocielec T (1997) The effects of magnesium physiological
    supplementation on hyperactivity in children with attention deficit disorder (ADHD). Positive response to magnesium oral loading test. Magnes Res 10: 149-156
  • Voigt RG, Llorente AM, Jensen CL, Fraley JK, Berretsa MC, Heird WC (2001) A
    randomized, double-blind, placebo-controlled trial of docosahexaenoic acid supplementation
    in children with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Pediatr 139:189-196

Weiterführende Quellen:

Wikipedia-Eintrag zu Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Omega-3-Ergänzung bei Schwangeren führt zu weniger Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Omega-3-Fettsäuren: Für die Bildung von Nervenzellen und Augen sowie ein funktionierendes Immunsystem des Kindes sind die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA essentiell.

Die Ergänzung mit Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) während der Schwangerschaft scheint das Risiko des Ungeborenen für die Entwicklung von Neurodermitis und Hühnerei-Allergien um mehr als ein Drittel zu senken.

Wie britische Forscher aktuell im British Medical Journal veröffentlichten, senkt die erhöhte Zufuhr an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft das Risiko für das spätere Auftreten von Neurodermitis bei den Kindern um 36 % und für die Entwicklung einer Hühnerei-Allergie um 50 %.

Die bislang größte klinische Studie zur Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft umfasst Daten von mehr als 700 schwangeren Frauen und deren Kindern. Als Teil der so genannten DOMInO-Studie (DHA to Optimise Mother and Infant Outcome) wurde untersucht, inwieweit eine Omega-3-Ergänzung bei Schwangeren den Antikörper Immunglobulin E (IgE) bei den Kindern während des ersten Lebensjahrs reduzierte. Der Antikörper IgE besitzt im Zusammenhang mit Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien eine Schlüsselrolle.

In der doppel-blinden Placebo-Studie wurden der Hälfte der Frauen ab der 21. Schwangerschaftswoche täglich 500 mg Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure, DHA, und Eicosapentaensäure, EPA) verabreicht. Ein Jahr nach der Entbindung wurden die IgE-Werte der Säuglinge, die mit Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis assoziiert sind, gemessen.

“Bei den Frauen, die zusätzlich Omega-3-Fettsäuren eingenommen hatten, war das Auftreten von Neurodermitis und Hühnerei-Allergie bei den Kindern signifikant niedriger”, so Professor Maria Makride, Leiter des Forschungsinstituts für die Gesundheit von Frauen und Kinder in Australien. “Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass schwangere Frauen in industrialisierten Gesellschaften durch die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Risiken für die Entwicklung von Allergien und Autoimmunerkrankungen ihres Kindes beeinflussen können”, erklärt Makrides.

“Ein dramatischer Rückgang” kommentiert Dr. Alex Richardson vom Forschungszentrum der Universität Oxford die Ergebnisse und fügt hinzu, dass bereits frühere Studien gezeigt haben, dass Omega-3-Fettsäuren essentiell für die normale Entwicklung und zukünftige Gesundheit des Ungeborenen seien. Die Studie bestätige „die Bedeutung dieser Nährstoffe für die Ausbildung eines gesunden Immunsystems”, so Richardson.

Experten empfehlen, die Speicher der Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA über Nahrungsergänzung bereits ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis zum Ende der Stillzeit aufzufüllen.

 

Quelle: Palmer D. et al.: Effect of n-3 long chain polyunsaturated fatty acid supplementation in pregnancy on infants’ allergies in first year of life: randomised controlled trial. BMJ 2012; 344 doi: 10.1136/bmj.e184 (Published 30 January 2012)

 

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Omega-3-Fettsäuren