Carotinoide bewahren die Makula – und uns damit vor Sehverlust im Alter

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin bilden das Makulapigment (MP) und bieten der Netzhaut damit einen natürlichen Schutzwall. Die höchsten Konzentrationen an Lutein und Zeaxanthin werden nicht ohne Grund im „gelben Fleck“ erreicht – der trägt daher auch seinen Namen. Im lateinischen nicht zufällig Makula LUTEA …

Eine erhöhte Zufuhr der Carotinoide Lutein und Zeaxanthin schützt die Makula, das Sehzentrum unserer Augennetzhaut, vor der typischen Degeneration im Alter. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Meta-Analyse, die aktuell im British Journal of Nutrition veröffentlicht wurde.

Die systematische Übersichtsstudie analysierte Daten aus sechs langfristigen Kohortenstudien, welche den Schutzeffekt von Lutein und Zeaxanthin in Bezug auf die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zum Untersuchungsgegenstand hatten.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der täglichen Aufnahmemenge an Lutein und Zeaxanthin über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel und einem reduzierten Risiko, an der Altersbedingten Makuladegeneration zu erkranken, so die Wissenschaftler.

AMD stellt die häufigste Ursache für den Sehverlust, im schlimmsten Fall den vollständigen Verlust des Augenlichts, im Alter ab 60 Jahren dar – weltweit leiden mehr als 50 Millionen Menschen an der Alterserkrankung. Weiterlesen

Augengesundheit: Lutein und Zeaxanthin verhindern Grauen Star

Doppelter Augenschutz mit den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin: Das Zentrum unserer Netzhaut bildet die Makula, ein winziger „gelber Fleck“, der nur 1 mm2 misst. Der gelbe Makula-Farbstoff ist es jedoch, der die Sehzellen vor den Schädigungen des Lichteinflusses schützt. Degenerative Augenerkrankungen betreffen vor allem Menschen oberhalb der 55. Grauer Star oder die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) stellen die häufigste Ursache für Erblindung bei Menschen über 55 Jahren in der westlichen Welt dar - so die AMD Alliance International.

Erhöhte Konzentrationen an den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin können das Risiko, einen so genannten Katarakt, den im Alter gefürchteten Grauen Star, zu entwickeln, um über 40 Prozent senken. Das hat eine neue finnische Forschungsstudie der University of Eastern Finland und des Lappland Central Hospital ergeben.

Laut den im British Journal of Nutrition veröffentlichten Ergebnissen wiesen Studienteilnehmer mit hohen Lutein- und Zeaxanthin-Werten ein um 42 (Lutein) respektive 41 Prozent (Zeaxanthin) vermindertes Katarakt-Risiko verglichen mit Probanden mit niedrigen Lutein- sowie Zeaxanthin-Level auf.
Die beiden Schutzstoffe stellen quantitativ und qualitativ die bedeutendsten Carotinoide im Bereich der Netzhaut unserer Augenlinse dar: Sie schützen die Makula, den „Punkt des schärfsten Sehens“, indem sie durch Licht induzierten oxidativen Stress verringern. Insbesondere für Menschen ab 55 Jahren ist das von großer Bedeutung. Die finnischen Wissenschaftler werteten die Daten von 1.689 Teilnehmern im Alter zwischen 61 und 80 Jahren aus, die an der Kuopio Heart Disease Risk Factor- Studie teilgenommen hatten. Unter den Probanden hatten nach Ablauf der Studiendauer 113 Menschen einen altersbedingten Grauen Star entwickelt. Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen den Plasmaspiegeln von Lutein und Zeaxanthin und dem Erhalt gesunder Augenlinsen, in dem sie die Probanden mit den niedrigsten Lutein- und Zeaxanthinwerten mit denen, mit den höchsten Werten verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko, einen Grauen Star zu entwickeln, bei den Probanden mit den höchsten Luteinwerten um ganze 42 Prozent, verglichen mit den Senioren mit niedrigsten Plasma-Lutein-Werten, reduziert war. In ähnlicher Weise hatten die Probanden mit den höchsten Zeaxanthin-Konzentrationen ein um 41 Prozent vermindertes Gefährdungspotential für die Ausbildung eines Katarakts.

Die Autoren der Studie schlussfolgern, dass hohe Plasma-Lutein und Zeaxanthin-Konzentrationen mit einer signifikant erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Erhaltung gesunder klarer Augenlinsen bei älteren Menschen assoziiert ist. Die Forscher merkten an, dass sowohl Lutein als auch Zeaxanthin die liposomalen Membranen vor lichtinduziertem oxidativen Stress schützen. Dabei zeige sich Zeaxanthin besonders effektiv beim Schutz vor Lipidoxidation der Zellmembranen. „Das Verhältnis von Zeaxanthin zu Lutein war in der Linse deutlich höher als im Blutplasma, was darauf hindeutet, dass die Linse des Auges hauptsächlich Zeaxanthin akkumuliert.“ erklärten die Verantwortlichen der Untersuchung abschließend.

Die aktuelle Studie bestärkt eine stetig wachsende Expertenschaft, die die Rolle von Carotinoiden, insbesondere Lutein und Zeaxanthin, für die Augengesundheit und hinsichtlich der Prävention degenerativer Augenerkrankungen herausstellen.

Quelle: Karppi J, Laukkanen JA, Kurl S.: Plasma lutein and zeaxanthin and the risk of age-related nuclear cataract among the elderly Finnish population. Br J Nutr. 2011 Aug 30. Published Online Ahead of Print.

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Katarakt

Herz-Kreislauf-Schutz: Quercetin beugt Gefäßveränderungen und dem Metabolischen Syndrom vor

Gesundes Blutgefäß: Quercetin schützt die Gefäßinnenwand vor Schädigungen durch Cholesterin und Mikro-Entzündungen

Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, ein Flavonoid, das insbesondere in Zwiebeln, Kohl, Äpfeln und Brokkoli natürlich vorkommt. Die pflanzliche Schutzsubstanz Quercetin wirkt unter anderem stark antioxidativ und verhindert oder reduziert entzündliche Prozesse im Körper. Aus diesem Grund und wegen seiner gefäß-relaxierenden (entspannenden) Wirkung auf das Kreislauf-System, steuert das Polyphenol der Entwicklung und dem Fortschreiten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen.

In einer klinischen Untersuchung wurde unlängst der Effekt von Quercetin auf die Funktion der Blutgefäße und auf Risikofaktoren für die Entwicklung von Arteriosklerose untersucht.

Im Rahmen einer randomisierten doppelblinden Crossover-Studie verzehrten 49 gesunde männliche Probanden (zwischen 50 und 60 Jahren) 8 Wochen lang entweder Quercetin oder ein entsprechendes Placebo. Nach Ablauf der 8 Wochen zeigt sich in der Quercetin-Gruppe eine Senkung des systolischen Blutdrucks und der Amplitude (Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck) und eine Erhöhung des HDL-Cholesterins. Ebenfalls wurde eine Verringerung des Taillenumfangs und des Body Mass Index (BMI) festgestellt.

Weitere gesundheitspräventive Effekte von Quercetin:

  • Vorbeugung bestimmter Krebsarten
  • Vorbeugung und Linderung von Allergien
  • Vorbeugung degenerativer Augenkrankheiten (Katarakt, Makuladegeneration)

Die Einnahme von Quercetin wird aus diesen Gründen zum gesundheitspräventiven Schutz empfohlen. Da Flavonoide wie Quercetin die Aufnahme von Vitamin C fördern und das Vitamin vor oxidativer Schädigung schützen, empfiehlt sich ein kombinierter Verzehr beider Mikronährstoffe.

 

Quelle: Pfeuffer M, Auinger A, Bley U, Kraus-Stojanowic I, Laue C, Winkler P, Rüfer CE, Frank J, Bösch-Saadatmandi C, Rimbach G, Schrezenmeir J.:Effect of quercetin on traits of the metabolic syndrome, endothelial function and inflammatory parameters in men with different APOE isoforms. Nutr Metab Cardiovasc Dis 2011 November

Weiterführende Quellen: Wikipedia-Eintrag zu Quercetin

Vitamin B-Komplex

In Schale und Keim von Getreideprodukten sitzen die meisten B-Vitamine. Die Mehrheit der älteren Menschen nimmt jedoch mit der Nahrung zu wenige B-Vitamine auf.

Beschreibung

Der Vitamin B-Komplex besteht aus acht wasserlöslichen Vitaminen. Diese erfüllen vielfältige Aufgaben in verschiedenen Körpersystemen und Geweben. Gemeinsamkeiten: Alle B-Vitamine spielen eine unentbehrliche Rolle als Coenzyme bei der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß. Gemeinsam steuern B-Vitamine zudem das Nervensystem, das ohne deren Zutun nicht funktionsfähig wäre. B-Vitamine werden daher auch als „Nervenvitamine“ (Neurotrope Vitamine; neuro = nerv, trop = ernährend) bezeichnet. Auch wichtig sind sie für die Aufrechterhaltung des Muskeltonus im Magen-Darm-Trakt und die Förderung der Gesundheit von Haut und Haaren. Sie dienen der Immunabwehr und der Entwicklung der Körperzellen.
Obwohl die einzelnen B-Vitamine deutlich unterschiedliche Verbindungen darstellen, sind ihre Stoffwechselwege eng miteinander verzahnt und voneinander abhängig. Da die Funktion eines B-Vitamins häufig andere B-Vitamine als Helfer benötigt, kommt ein isolierter B-Vitaminmangel selten vor. Die Anzeichen eines B-Vitaminmangels sind häufig uncharakteristisch und unspezifisch. Für einwandfreie Stoffwechselprozesse ist die regelmäßige, reichliche Zufuhr aller acht B-Vitamine essentiell.

Der Vitamin B-Komplex besteht aus

Thiamin = Vitamin B1
Riboflavin = Vitamin B2
Niacin/Nicotinamid = Vitamin B3
Pantothensäure = Vitamin B5
Pyridoxin = Vitamin B6
Biotin = Vitamin B7
Folsäure = Vitamin B9
Cobalamin = Vitamin B12

Funktionen und Anwendungsbereiche

Funktionen

Vitamin B1 (Thiamin)
Vitamin B1, oder Thiamin, dient als Katalysator bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten. Es hilft zudem bei der Synthese von Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern) sowie bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen an Gehirn und Nervenzellen.
Thiaminmangel führt zu
• Konzentrationsschwächen
• emotionale Labilität
• Muskelschwund
• Kribbeln in Armen und Beinen, Fußbrennen
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Thiamin liegt zwischen 10 und 50 mg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Vitamin B2 (Riboflavin)
Riboflavin dient der Energieproduktion der Zelle. Es ist aber auch als Antioxidans sowie für intakte Haut und Schleimhäute zuständig. Das Vitamin ist wichtig für Haut, Nägel, Augen, Mund, Lippen und Zunge. Ein Riboflavinmangel äußert sich in Antriebslosigkeit, eingerissenen Mundwinkeln, lichtempfindlichen Augen, Hautrötung und Hautschuppung.
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Riboflavin liegt zwischen 10 und 100 mg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Vitamin B3 (Niacin/Nicotinamid)

Niacin, oder Vitamin B3, reguliert die Energiegewinnung und den Auf- und Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. Es vermag eine Senkung der Cholesterinwerte und dient zur Vorbeugung und Behandlung von Arteriosklerose. Niacin-Mangel führt zu Pellagra, eine Krankheit mit Symptomen wie Depression, Schlafstörungen, Sonnenbrand, Durchfall, Reizbarkeit, geschwollene Zunge und geistige Verwirrung.
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Niacin liegt zwischen 15 und 100 mg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Pantothensäure oder auch “Anti-Stress-Vitamin” genannt, ist im Energiestoffwechsel sowie in der Bildung von Hormonen, Vitamin D und Neurotransmittern beteiligt. Akuter Mangel führt zu Müdigkeit, Übelkeit und Magen-Darm-Störungen.
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Pantothensäure liegt zwischen 10 und 100 mg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B6, oder Pyridoxin, hilft dabei, Aminosäuren auf- und abzubauen, es ist wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen, zur Homocystein-Entgiftung und für ein funktionierendes Nerven- und Immunsystem. Mängel führen zu Hauterkrankungen, Schwindel, Übelkeit, Blutarmut (Anämie), Krämpfe, Muskelabbau und häufig Nierensteine. Der übliche präventive Dosierungsbereich für Vitamin B6 liegt zwischen 10 und 25 mg.
Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Biotin

Biotin, auch bekannt als „Vitamin H“ (Haut und Haar), hilft bei der Freisetzung von Energie aus Kohlenhydraten und Fetten und dem Stoffwechsel der Fettsäuren. Es fördert den Schwefeleinbau in Haare und Nägel. Der übliche präventive Dosierungsbereich für Biotin liegt zwischen 50 und 2.000 mcg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.

Folsäure (Vitamin B9)
Folsäure ermöglicht dem Körper die Bildung von Hämoglobin zur Blutbildung. Folsäure ist in Wachstumsphasen sowie in und bereits VOR einer Schwangerschaft besonders wichtig. Folsäuremangel verursacht beim wachsenden Embryo Fehlbildungen, den so genannten Neuralrohrdefekt. Frauen, die schwanger sind oder planen, schwanger zu werden, sollten 600 mcg pro Tag ergänzen.
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Folsäure liegt zwischen 400 und 800 mcg.

Vitamin B12 (Cobalamin)
Vitamin B12, auch bekannt als Cobalamin, fördert die Funktionen des Nervensystems und die Bildung von roten Blutkörperchen. Ist der Körper nicht in der Lage, ausreichend Vitamin B12 aufzunehmen, kann das zu einer bestimmte Form der Anämie (Blutarmut) führen. Bioverfügbares B12 gibt es nur in tierischen Quellen, wie Eier, Milch, Fisch, Fleisch und Leber. Vegetariern wird daher eine Cobalamin-Ergänzung sehr empfohlen.
Der übliche präventive Dosierungsbereich für Vitamin B12 liegt zwischen 10 und 600 mcg. Nach therapeutischer Empfehlung sind höhere Dosen möglich.


Erhöhter Bedarf und Mangel

Nach den für Deutschland, Österreich und die Schweiz vorliegenden Daten über die Versorgungssituation mit Vitaminen des B-Komplexes ist die Zufuhr sowohl für Frauen als auch für Männer in fast allen Altergruppen nicht optimal.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.) Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 1. 119-151, 169-184 BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004

Häufigste Ursachen für erhöhten Bedarf
• unzureichende Zufuhr durch einseitige Ernährung, wenig Vollkorn-, viel Weißmehlprodukte
• hohe Stressbelastung, Leistungssport
• hoher Konsum an Kaffee, Alkohol oder Zigaretten
• Alter
• Schwangere und Stillende
• strenge Vegetarier
• Medikamenteneinnahme
• Einnahme oraler Kontrazeptiva („Pille“)
• Chronische Erkrankungen: Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Nieren- und Lebererkrankungen

Mangelsymptome
• Nervensystem: Konzentrationsschwäche, Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Reizbarkeit, Depressionen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Kribbeln in Armen und Beinen, Fußbrennen, Entzündungen der Nerven, Taubheitsgefühl, Nervenschmerzen, neurologische Störungen
• Haut und Schleimhäute: Entzündung der Haut (Dermatitis), Wundheilungsstörungen, Bindehautentzündung, Magen-Darm-Störungen, rissige Mundwinkel
• Haare und Nägel: Haarausfall, brüchige Nägel
• Stoffwechsel und Immunsystem: Fettstoffwechselstörungen, erhöhte Homocysteinwerte, Blutarmut, Infektanfälligkeit, Immunschwäche, Muskelabbau


Literaturquellen

1. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.): Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 1. 119-151, 169-184
BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
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5. Madigan, S., et al. Riboflavin and vitamin B6 intakes and status and biochemical response to riboflavin supplementation in free-living elderly people, American Journal of Clinical Nutrition 66:389-395, 1998.
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9. Berkson, B. The Alpha-Lipoic Acid Breahthrough. Rocklin, CA: Prima Publishing 1999.
Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.)
Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 1. 119-151, 169-184
BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004

 

Weiterführende Quellen:
Wikipedia-Eintrag zu B-Vitaminen

Vitamin-B-Komplex auf Vitaminwiki.net

 

Lutein

Lutein wirkt als innerer UV-Schutz für die empfindliche Retina (Netzhaut)

Lutein (lat. lutea = gelb) ist ein Vertreter der Carotinoide, genauer der Xantophylle. Lutein ist ein besonders antioxidativ wirksamer Stoff, der in tierischen und pflanzlichen Zellen eine Schutzfunktion vor feien Radikalen erfüllt. Lutein findet sich in besonders hohen Konzentrationen in den Pigmenten der Netzhaut des Auges (Retina), genauer in der Macula lutea, dem zentralen Teil der Retina. Dieser Bereich wird wegen seines hohen Carotinoid-Gehaltes auch „gelber Fleck“ genannt. Lutein schützt vor schädlicher UV-Strahlung und vor der Bildung von Lipidperoxiden und dadurch entstehenden degenerativen Augenerkrankungen. Epidemiologische Studien belegen, dass Menschen mit einer hohen Zufuhr an Lutein ein signifikant niedrigeres Risiko für die Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und des so genannten senilen Katarakt (Grauer Star) aufweisen.

Anwendungsbereiche und Wirkungen

Anwendungsbereiche
• Antioxidativer Nährstoff
• Schutz vor Zellschädigungen
• Schutz der Augennetzhaut vor der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)
• Schutz vor Katarakt (Grauer Star)


Wirkungen

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und der Graue Star (Katarakt) zählen zu den Hauptursachen für nachlassende Sehkraft und das Auftreten von Erblindungen im Alter. An der Entwicklung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), einem Schaden auf der so genannten Fovea centralis („Sehgrube“) der Netzhaut, und des senilen Katarakts sind maßgeblich freie Radikale beteiligt. Vorrangig Lutein und andere Carotinoide lagern sich in der Augenlinse an und schützen vor der oxidativen Schädigung durch Sauerstoffradikale.

Schutz der Makula vor der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)

Die Makula (Macula lutea), der gelbe Fleck, ist der Bereich mit den meisten Fotorezeptorenzellen und daher auch die Stelle des schärfsten Sehens. Diese Fotorezeptorzellen, als Stäbchen und Zäpfchen bezeichnet, sowie die gesamte Retina sind besonders reich an ungesättigten Fettsäuren. Da diese ungesättigten Fettsäuren jedoch besonders leicht durch Radikaleinwirkung geschädigt werden können, ist die Makula von Natur aus besonders reich mit dem antioxidativen Schutzstoff Lutein ausgestattet und die Depots müssen ständig aufgefüllt werden. Lutein schützt die Netzhaut vor den entstehenden freien Radikalen, unterbricht die Kettenreaktionen freier Radikale und verhindert die zellschädigende Lipidperoxidation. Hohe Luteinwerte gingen in Studien mit einem 82 % geringeren Erkrankungsrisiko für AMD einher. Mit der Ergänzung an Lutein über Nahrungsergänzung lassen sich die Konzentrationen in der Retina direkt steigern.

Schutz vor Katarakt

Katarakt äußert sich in einer Eintrübung der Linse, die je nach Ort und Stärke die Sehfähigkeit einschränkt. Hohe Konzentrationen an Lutein in der Netzhaut gehen einher mit transparenten Linsen. Die genaue Wirkung: Lutein verringert durch seine antioxidative Eigenschaft die photochemische Erzeugung reaktiver Sauerstoffradikale (ROS) im Auge, die als Auslöser gelten.
Der Katarakt, der Graue Star, tritt bei hoher Luteinaufnahme halb so oft auf.
Bei bestehendem Katarakt kann durch eine Lutein-Ergänzung das Sehvermögen und die Sehschärfe wieder verbessert und die Blendeempfindlichkeit deutlich reduziert werden.

Zufuhrempfehlung und Hinweise

Zufuhrempfehlung
Als vorbeugende tägliche Nahrungsergänzung sind Gaben zwischen 10 und 20 mg Lutein sinnvoll.
Zur adjuvanten (unterstützenden) Therapie bei AMD oder Katarakt sind bis zu 30 g pro Tag üblich.

Kombi-Hinweis
Die Bioverfügbarkeit von Lutein kann durch gleichzeitige Vitamin C-Supplementierung erhöht werden.
Zur Vorbeugung und adjuvanten Therapie von AMD und Katarakt wird eine hohe Luteingabe kombiniert mit einem Carotinoid-Komplex sowie Vitamin E, C, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen empfohlen.

Gegenanzeigen

Keine bekannt.


Literaturquellen

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Weiterführende Quellen:

Wikipedia-Eintrag zu Lutein

Lutein-Artikel auf Vitaminwiki.net